Christine Thumann, Siemens-Mitarbeiterin in Erlangen, Mutter von drei Kindern und Trainerin der G-Jugend beim SV Illschwang nutzte die Möglichkeit, über die Volunteering-Kooperation zwischen Siemens und dem 1. FC Nürnberg sich in der Fußballspielform Funino weiterzubilden.

Von Profis lernen, mehr erfahren über Leistungsdiagnostik und Athletik bei Kindern und vor allem Kommandos auf dem Platz geben – davon träumen viele ehrenamtliche Fußball Coaches. Für zwölf Siemens-Mitarbeitende aus der Metropolregion Nürnberg ergab sich die Chance beim 1. FC Nürnberg zu 1. FC Niño-Coaches ausgebildet zu werden. Nach dem großen Erfolg des gemeinsamen Corporate Volunteering-Projekts von Club und Siemens im Herbst 2021 ging es diesen Oktober in die 2. Runde. Beide Unternehmen fördern mit dem Trainingscamp das Ehrenamt.

Eine Woche lang waren zwölf Siemens-Mitarbeitende – darunter erstmals eine Trainerin und drei Coaches von Frauenfußballteams – zu Gast am Sportpark Valznerweiher. Sie kommen von den großen Standorten des Unternehmens in Nordbayern: Nürnberg, Erlangen, Amberg und Regensburg. In mehrstündigen Theorieblöcken lernten sie vormittags die Prinzipien der Fußballspielform Funiño kennen. Agiert wird in dieser Spielart – die seit diesem Jahr auch vom Deutschen Fußballbund gefördert wird – „Drei gegen Drei“ auf vier kleine Tore, jedes Kind ist Stürmer und Verteidiger zu gleich. Damit hat jedes Kind mehr Ballkontakte, schießt mehr Tore und hat mehr Spaß. Auf dem Programm standen außerdem die Themenfelder Ernährung, Entwicklungsphasen von Kindern, Leistungsdiagnostik, Talentscouting und Kommunikation auf dem Platz. Nachmittags wurde das Gelernte dann auf den Rasen gebracht.

Geleitet wurde der einwöchige Lehrgang von Marijan Tukeric. Er ist Trainer und Sportlicher Leiter der Fußballschule und Fußballcamps beim 1. FC Nürnberg. Prominent unterstützt wird er von FCN-Sportvorstand Dieter Hecking, Michael Wiesinger, Leiter des FCN-Nachwuchsleistungszentrum, Clubfrauen-Trainer Osman Cankaya und in seinem ersten „Außeneinsatz“ von Neu-Club-Trainer Markus Weinzierl. Auch die Club-Profis bringen sich ein.

Viele Tipps für mehr Spaß auf dem Spielfeld

„Die positive Resonanz aus dem Teilnehmerkreis der Trainingswoche im letzten Oktober hat uns überzeugt, hier einen guten Ansatz gefunden zu haben, um das ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeitenden zu bestärken und zu würdigen“, sagte Kathy von Kollrepp-Knott, Personalleiterin des Siemens-Standorts Erlangen Mitte. „Es gab viele weitere Bewerberinnen und Bewerber, die wir nun auch zum Zuge kommen lassen wollten“, ergänzte Jan Niehuis, Personalleiter der Siemens-Standorte in Nürnberg. Aus über 50 Bewerbungen hatte Siemens bei der zweiten Auflage des gemeinsamen Corporate Volunteering-Projektes eine 25-köpfige Vorauswahl getroffen, aus deren Kreis im September in je dreistündigen Auswahlgesprächen nochmals zwölf Teilnehmende für das einwöchige 1. FC Niño-Trainingscamp ausgesucht wurden. Alle Bewerberinnen und Bewerber sind – teilweise seit Jahren – in Amateur-Fußballvereinen in der Region ehrenamtlich engagiert.

So wie Christine Thumann (39), Siemens-Mitarbeiterin in Erlangen und Mutter von drei Kindern. Sie ist Trainerin der G-Jugend des SV Illschwang: „Mein letztes Fußballspiel liegt 20 Jahre zurück, der Fußball hat sich in dieser Zeit enorm verändert. Von daher bin ich unglaublich dankbar für die letzten Tage und die vielen Tipps und Infos, mit denen ich mein Training besser auf fünf- bis sechsjährige Kinder ausrichten kann.“ Siemens-Mitarbeiter Uwe Zöphel, Absolvent von 2021, sagte bei einem Besuch einer Praxiseinheit der diesjährigen Generation von künftigen 1. FC Niño- Coaches am Valznerweiher: „Mein Blick auf das Training mit Kindern hat sich durch die Ausbildung komplett geändert. Wir Erwachsene denken und trainieren viel zu kompliziert. Jetzt mache ich ein echtes Training für Kinder, mit viel mehr Spaß und Freude. Das bringt den Kindern mehr und den Vereinen auch.“

Unterstützung fürs Ehrenamt

Siemens stellt seine Mitarbeitenden für das 1. FC Niño-Coaching zweieinhalb Tage frei, die restliche Woche kann über Gleitzeit oder Urlaub eingebracht werden. Gesellschaftliches Engagement und die Förderung von gemeinnützigen Tätigkeiten sind in der Unternehmens-Strategie fest verankert. Dazu gehört auch, dass sich Siemens-Beschäftigte während der Arbeitszeit sozial engagieren dürfen. Mit vielfältigen Aktivitäten leisten sie einen wichtigen Beitrag – im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals, SDG).

Auch der 1. FC Nürnberg hat Nachhaltigkeit zusammen mit seinem Werteverständnis im neuen Leitbild „Der Club. Das Leben.“ fest verankert und lebt diese über Aktionen auf der interaktiven Community-Plattform UnserClub.de. „Das Ehrenamt ist der Motor, der unsere Gesellschaft antreibt. In dem wir gemeinsam ehrenamtliche Arbeit fördern, leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und uns alle. Über unser Projekt wollen wir einerseits die Vereine unterstützen, die Weiterbildungen dieser Art für ihre Trainerinnen und Trainer gar nicht stemmen können. Wir wollen aber auch diejenigen über eine Woche nach besten Kräften unterstützen, die sehr viel ihrer freien Zeit für unsere Kinder investieren: die Ehrenamtler*innen in den Vereinen“, sagte Niels Rossow, Kaufmännischer Vorstand des 1. FC Nürnberg. Beide Unternehmen arbeiten deshalb partnerschaftlich zusammen, fördern das Ehrenamt und verschaffen ihm Wertschätzung und Sichtbarkeit.